1749 in Frankfurt a.M. geboren, studierte Jura in Leipzig und Straßburg. Mit dem Werther-Roman schrieb er 1774 den ersten internationalen Bestseller und ging ein Jahr später auf Einladung des Herzogs Karl August von Sachsen nach Weimar, wo er es bis zum Bergwerksleiter, Direktor des Weimarer Hoftheaters und Staatsminister brachte. Der bekannteste Vertreter des Sturm und Drang wandelte sich unter dem Einfluß des Hoflebens und der ersten Italienreise zum Vollender des klassischen Formideals. Seinem Freund Friedrich Schiller verdankte er entscheidende Anstöße zur Vollendung wichtiger Werke, wie etwa des ›Faust‹, an dem er während 60 Jahren schrieb. Goethe prägte den Begriff ›Weltliteratur‹ als Gegensatz zur nationalen, und er ist der erste und bis heute der bedeutendste Deutsche, der zu ihren Vertretern gehört.
»Goethe war vielleicht der glücklichste Mensch, der je gelebt hat: er war an jedem Tage, in jeder Minute und Sekunde seines Lebens mit sich selbst und seinem Ziele einig. Es gab kein Schwanken in ihm, immer schritt er festen und schlanken Schrittes, Ephebe und Mann, geradeaus, den Blick auf das Herz der Welt gerichtet.«Klabund
»Gedichtet hat er von Anbeginn: anakreontisch, tändelnd, begabt und konventionell. Zum Dichter wurde er in Straßburg, unter dem Einfluß Herders, in mächtig auflockerndem Kontakt mit Homer, mit Macphersons Ossian, mit Shakespeare, den er sein Leben lang bewunderte und hoch über sich stellte, mit der Bibel als dichterischem Werk und ganz besonders mit dem Volkslied, in dessen sprachlicher und rhythmischer Herzensgewalt seine Lyrik gesund sich badet.«Thomas Mann
»Goethe ist der erste, der etwas wie Angst um den Menschen erlebt. In einer Zeit, in der die andern noch unbefangen sind, dämmert ihm, daß das große Problem, um das es in der kommenden Entwicklung gehen wird, dieses sein wird, wie sich der Einzelne gegen die Vielheit zu behaupten vermöge.«Albert Schweitzer