Geboren am 17.10.1813 in Goddelau (Hessen), gestorben am 19.2.1837 in Zürich, dort begraben auf dem Germania-Hügel. In Straßburg hatte der Medizinstudent revolutionäre Luft geatmet, im feudalen Gießen, wo er weiterstudierte, wurde er zum Revolutionär. Es folgten die Gründung der umstürzlerischen ›Gesellschaft für Menschenrechte‹, das Pamphlet ›Der Hessische Landbote‹ – sein erstes literarisches Werk –, später Denunziation, Hausdurchsuchungen, Verhöre, die Flucht. In Straßburg widmete er sich den Untersuchungen über das Nervensystem der Fische, die ihm in Zürich den Doktortitel und eine Dozentenstelle einbrachten. Sein Leben hatte er ins Exil hinüberretten können, nicht aber dessen Sinn. Georg Büchners Novelle ›Lenz‹ und seine Dramen sind das Werk eines Schriftstellers, der als Revolutionär gescheitert ist, dessen Freunde verhaftet und gefoltert wurden und der »wie vernichtet« war »unter dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte«. Er starb 1837, erst 23 Jahre alt.
»Die Unruhe, die Büchner stiftet, ist von überraschender Gegenwärtigkeit. Über fünf Geschlechter springt sie einem entgegen, einen an mit dieser wilden, von Todesahnung gezeichneten Schönheit, mit einer dunklen Glut, die es nur selten in der Geschichte unserer Literatur gegeben hat.«Heinrich Böll
»Dieser Büchner war ein toller Hund. Nach kaum 23 oder 24 Jahren verzichtete er auf weitere Existenz und starb. Es scheint, die Sache war ihm zu dumm. Das war damals eine Epoche finsterster Reaktion, in die er hineigeboren wurde. Büchner, das war ein Revolutionär von reinstem Wasser!«Alfred Döblin
»Georg Büchner war in einer Welt des plattierten Lesebuchidealismus und des papiernen Zeitungsrealismus ein Naturalist von jener unsterblichen und unwiderleglichen Spezies, der Goethe ebensogut angehört wie Gorki und Homer so gut wie Hamsun. Man kann sagen, daß er den ganzen Expressionismus vorweggenommen und überholt hat.«Egon Friedell
»Der Wozzeck vor etwa achtzig Jahren geschrieben, unbekannt! Und wie vieles macht er unnütz, was man laut und begeistert begrüßt hat, wie vieles spätere. Hier geht ein Weg, ja ich möchte fast sagen: hier geht der Weg«.Brief an Ellen Schachian