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Guy de Maupassant

Foto: Archiv Diogenes Verlag

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Guy de Maupassant

Guy de Maupassant wurde am 5. August 1850 auf Schloß Miromesnil in der Normandie geboren. Nach einem abgebrochenen Jura-Studium arbeitete er ab 1871 als kleiner Beamter im Marine-, später im Kulturministerium in Paris und begann gleichzeitig mit ersten literarischen Arbeiten, unterstützt und geformt von Flaubert, der mit Maupassants Onkel befreundet war. Nach zehnjähriger literarischer Produktion unter Ausschluß der Öffentlichkeit erschien 1880 ein Band Gedichte von Maupassant und seine Erzählung ›Schmalzpummel‹, die ihn mit einem Schlag berühmt machte und ihm Publikationsmöglichkeiten in verschiedenen Zeitungen verschaffte, so daß er seinen Brotberuf aufgeben und sich allein durch seine unermüdliche literarische Produktion ein mondänes Leben und zahlreiche Reisen leisten konnte. Ab 1889 verschlechterte sich aber der psychische Zustand des scheinbar robusten und lebenslustigen Autors immer mehr; 1892 mußte er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, wo er ein Jahr später in völliger Umnachtung starb. Maupassant ist einer der Begründer der modernen Kurzgeschichte; er hat fast 300 davon geschrieben.

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»Maupassant gibt uns Gelegenheit zu staunen, was für ein vitaler Zeitgenosse er als Erzähler immer noch ist. Was für merkwürdige, komische, traurig-absurde, aberwitzige Geschichten! Sie haben immer den drängenden Gestus des Mündlichen, ja Unliterarischen. Mit Maupassant ist der Weg in eine Literatur progressiver Entfremdung des Einzelnen und seiner Anfälligkeit für irrationale Lösungen vorgezeichnet. Maupassant sieht im Spiegel das Gesicht seiner transzendenzlosen Epoche, auf der der Fluch lastet, daß alles, was sie berührt, zu Materie wird. Zu leicht Verderblichem. Doch der herausgedrängte Geist gebiert Ungeheuer.«Die Zeit

»Einer der raffiniertesten und präzisesten Schriftsteller seiner Zeit, der Meister der modernen Novelle.«Süddeutsche Zeitung

»Mit knappen Strichen, kühl bis ans Herz, entwarf der glänzende Stilist in seinen Novellen impressionistische Landschaften aus der Sphäre von Geld und Sex. In den erotischen Dreiecksverhältnissen, selbst in den Alpträumen seiner phantastischen Novellen, spiegelt sich ein Frankreich, das die Wunden des verlorenen Krieges leckt, eine Gesellschaft, die mit dem Korsett auch ihre starren Konventionen und Hierarchien lockert.«Tages-Anzeiger

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