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Stephan Reinhardt  |  Alfred Andersch  |  Biographie, Hardcover Leinen, 832 Seiten | € (D) 34.90 / sFr 61.90* / € (A) 35.90

Biographie, Hardcover Leinen, 832 Seiten
Erschienen in Aug. 1990

ISBN 978-3-257-01823-3
(D) 34.90 / (A) 35.90
sFr 61.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Stephan Reinhardt
Alfred Andersch

Eine Biographie

Weit mehr als die Biographie eines der wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur: ein genaues Bild der deutschen Zustände, von der kurzen Zeit der Euphorie des Neuanfangs über die Restauration und das Wirtschaftswunder bis hin zu Radikalenerlaß und Berufsverbot.

Mehr zum Inhalt

Stationen eines Lebens: geboren 1914 in München; Funktionär im Kommunistischen Jugendverband; nach dem Reichstagsbrand 1933 im KZ Dachau; 1943 in die Wehrmacht eingezogen, 1944 Desertion, Kriegsgefangenschaft in den USA; 1945 Redaktionsassistent Erich Kästners bei der ›Neuen Zeitung‹ in München; zusammen mit Hans Werner Richter Herausgeber des ›Ruf‹, 1947 Teilnahme an den ersten Tagungen der Gruppe 47; 1948 ›Deutsche Literatur in der Entscheidung‹ (erste Buchpublikation); Gründer und Leiter des Abendstudios Frankfurt; 1952 ›Die Kirschen der Freiheit‹, Herausgeber der Buchreihe Studio Frankfurt, Texte u.a. von Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Wolfgang Hildesheimer, Arno Schmidt; ab 1955 Herausgeber der literarischen Zeitschrift ›Texte und Zeichen‹; ab 1955 Leiter Radioessay des Senders Stuttgart, Assistenten Hans Magnus Enzensberger und Helmut Heißenbüttel; 1957 ›Sansibar oder der letzte Grund‹; 1958 Übersiedlung in die Schweiz; 1958 ›Geister und Leute‹, 1960 ›Die Rote‹, 1963 ›Ein Liebhaber des Halbschattens‹; 1967 ›Efraim‹; 1968 Nelly-Sachs-Preis, Prix Charles Veillon; wiederholte Reisen nach Italien, Skandinavien; 1972 Schweizer Staatsbürgerschaft; 1974 ›Winterspelt‹; 1976 ›Artikel 3 (3)‹, gefolgt von heftigen Auseinandersetzungen; 1977 die gesammelten Gedichte ›empört euch der himmel ist blau‹; 1980 gestorben in Berzona, posthum erschien die Schulgeschichte ›Der Vater eines Mörders‹.

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»Diese Biographie von Andersch hat eine Bedeutung, die weit über die Literaturgeschichte hinausgeht.«Das Historisch-Politische Buch

»Eine umfangreiche Biographie über den Publizisten, Kritiker und Erzähler Alfred Andersch schildert ein Stück deutscher Kulturgeschichte. Die minutiös belegte Biographie von Stephan Reinhardt spiegelt zugleich auch die jüngere (west-)deutsche Geschichte wider.«Der Spiegel

»Bei dieser Biographie bekommt man Lust, den einen oder anderen Roman wieder zur Hand zu nehmen. Und sicher kommt die inhaltsreiche, fast enzyklopädische Darstellung denjenigen Lesern entgegen, die gewohnt sind, blätternd in einzelnen Abschnitten zu schmökern, eben wie in einer Enzyklopädie, die man ja auch nicht in einem Zug durchliest.«Deutsche Welle

»Der Heidelberger Publizist Reinhardt hat für seine Darstellung äußerst sorgfältig recherchiert: Mehr als 150 Menschen, die Andersch persönlich kannten, befragte er schriftlich oder mündlich, von der 1988 verstorbenen Ehefrau Gisela bis hin zu Ärzten und Nachbarn. So wird selbst der Andersch-Kenner noch viel Neues erfahren.«Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt

»Was Stephan Reinhardt gelingt, ist ein hochinteressantes Stück Zeigeschichte anhand einer Biographie. Dadurch wird das Buch seinem ›Helden‹ auf ganz spezifische Weise gerecht: Vom Jungkommunisten und Dachau-Häftling bis zum ›Winterspelt‹-Autor und Fortschrittsskeptiker spiegelt das Leben Alfred Anderschs auf geradezu erschreckende Weise die Hoffnungen, Schründe und Debakel der ›deutschen Zeit‹ des 20. Jahrhunderts. Es mag bedeutendere Schriftsteller geben; wenige waren so schonungslos ehrlich mit sich selber. Dadurch ist er ein Chronist par excellence. Das Leben dieses brillanten Talentsuchers ist wie kaum das eines anderen deutschen Literaten geeignet, die Kulturgeschichte der Adenauer-Zeit zu manifestieren. Das ist das Verdienst dieser Biographie.«Die Zeit

»Stephan Reinhardts Ermittlungen sind so stupend, daß er damit für die nächsten Jahrzehnte jeglichem denkbaren Konkurrenten den Schneid abkauft. In dreißig Kapiteln sichert er mit kriminalistischer Geduld die Spuren von Anderschs ›familiärer, literarischer, intellektueller und politischer Entwicklungsgeschichte‹. Seine Biographie hat die Genauigkeit einer Generalstabskarte. Sachkundig dargestellt werden die Programmvielfalt des Rundfunkredakteurs Andersch, seine Offenheit auch für Vertreter des Konservativismus wie Ernst Jünger und Armin Mohler, seine Argumente gegen den ›nouveau roman‹ oder gegen Theoretiker wie Lacan und Foucault, seine von den Linken belächelte Ästhetik des Naturschönen (vor allem angewandt in den Reisebüchern) und sein Verständnis der ›Ästhetik des Widerstands‹ (Peter Weiss) als eines Widerstands der Ästhetik. Anderschs eigene Bilanz aus dem Jahre 1979, daß er zu 51 Prozent revolutionär und zu 49 Prozent konservativ sei, wird so einleuchtend.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Keine Frage: Wer sich über Leben und Arbeiten Alfred Anderschs unterrichten will, ist zukünftig auf diese Biographie angewiesen.«Frankfurter Rundschau

»Wer sich künftig näher mit Alfred Andersch beschäftigen will, wird an dieser materialreichen Biographie nicht vorbeikommen. Die literaturgeschichtlich bedeutende Leistung des Publizisten Alfred Andersch wird in dieser Biographie erstmals in aller Ausführlichkeit dokumentiert. In der Verbindung zwischen humanem Engagement und einer Verpflichtung auf fortgeschrittene ästhetische Mittel sieht Reinhardt den Schriftsteller Andersch als ›konservativen Avantgardisten‹ und ›avantgardistischen Konservativen‹.«Norddeutscher Rundfunk

»Den naheliegendsten Fehler vieler Biographien hat Stephan Reinhardt klug zu vermeiden gewußt: Die Person, über die er schreibt, zu idealisieren, um sein eigenes Opus von ihrem Glanz profitieren zu lassen. Stephan Reinhardt malt kein verliebtes Personenporträt, weil es ihm um mehr geht, um das Porträt einer Zeit, der deutschen Nachkriegsepoche, um die plastische Darstellung von Jahren, die, zumal in den Augen der jüngeren Generation, oftmals zu einem einzigen Komplex miefiger Restauration zusammenschmelzen.«Rias

»Ein Buch über die Interna des westdeutschen Kulturbetriebes und zugleich über die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur, das mit dieser 768 Seiten umfassenden Andersch-Biographie vergleichbar oder ihr auch nur annähernd ähnlich wäre, gibt es nicht. Wer sich für die aufgewühlte Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (die seltsam verzerrt in der DDR gegenwärtig variiert wird) und für die Geschicke der westdeutschen Nachkriegsliteratur interessiert – hoffend, immer wieder enttäuscht, von allem irgendwie Gelungenen betroffen wie von etwas Belangvollem –, muß diesem Buch erliegen. Er wird es nicht brav durcharbeiten als Pflichtlektüre oder materialreiche Spezialstudie, sondern wird sich in ihm verlieren, wie man sich in einem Haufen alter Briefe verliert, bei der Suche nach etwas ganz anderem. Gelebtes Leben zieht in Bann, Streitereien von einst schütteln den Staub ab. Gräber öffnen sich. Ungewöhnlich und faszinierend an dieser Biographie ist, daß sie Literaturgeschichte gleichsam ›von unten‹ gibt.«Süddeutsche Zeitung

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