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Arnon Grünberg  |  Blauer Montag  |  Roman, Taschenbuch, 368 Seiten | € (D) 9.90 / sFr 17.90* / € (A) 10.20

Roman, detebe 23128 Broschur, 368 Seiten
Erschienen in April 1999

ISBN 978-3-257-23128-1
(D) 9.90 / (A) 10.20
sFr 17.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Arnon Grünberg
Blauer Montag

Die Geschichte eines jungen Mannes aus jüdischem Elternhaus, der nicht weiß, wo er hingehört: zur zweiten Generation der Holocaust-Opfer oder zur ›Generation Nix‹. Dessen Schulkarriere ein frühes Ende nimmt, weil er lieber mit Freundin Rosie durch Kneipen und Cafés zieht. Der, als Rosie ihn verläßt, es bald nur noch in der gekauften Nähe von Prostituierten aushält und sich dem Alkohol hingibt.

Mehr zum Inhalt

›Durch Amsterdam verlief eine geheime Spur von Mädchen und Frauen mit falschen Namen, bei denen ich geklingelt hatte. Nie war ich danach zu einer von ihnen zurückgekehrt, denn was einmalig war, musste einmalig bleiben. Ich hatte die Tür eines Hauses noch nicht richtig zugemacht, da suchte ich schon wieder die nächste. Schon beim Nachhausegehen hatte ich alles wieder vergessen. Die Perücken, die gefärbten Haare, die Waschbecken, wo sie mich gewaschen hatten, und vor allem das Gesicht der einen, die ich wieder nicht gefunden hatte und auch niemals finden würde.‹ Die provozierende Lebensgeschichte eines jungen Mannes aus jüdischem Elternhaus, der nicht weiß, wem er sich mehr zugehörig fühlen soll: der zweiten Generation der Holocaust-Opfer oder der ›Generation Nix‹. Dessen Schulkarriere ein frühes Ende nimmt, weil er lieber mit Freundin Rosie durch Kneipen und Cafés zieht. Der das Amsterdamer Rotlichtmilieu zu erkunden beginnt, als Rosie ihn verlässt – wie weh diese Trennung tut, wird nirgends ausgesprochen. Und der es bald nur noch in der gekauften Nähe von Prostituierten aushält, sich dem Alkohol hingibt und dem Verfall. Der schließlich im Anzug des verstorbenen Vaters selbst eine Laufbahn als Gigolo antritt. Hellwach und gnadenlos schildert Arnon Grünberg die tieftragischen und bitterkomischen Erlebnisse seines gleichnamigen Taugenichts, der vor allem eines nicht ausstehen kann – Scheinheiligkeit und Heuchelei. Als ›tragischen Slapstick‹ hat Grünberg diesen meisterhaft geschriebenen modernen Entwicklungsroman bezeichnet und sich selbst als traurigen Clown.

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»Ein grandioser Literatur-Trümmerhaufen, der sich Roman nennt. Die Stärke dieses wilden Textes liegt in seiner Unmittelbarkeit und im Fehlen jeglicher Larmoyanz. Die Sprache ist bei aller Flapsigkeit von gnadenloser Klarheit und Präzision. Das Weinen, das dem Erzähler im Hals steckt, bleibt stumm oder äußert sich in absurder Komik.«Die Welt

»Ein wüster Debütroman – glänzend beobachtet und streckenweise schmerzhaft komisch. Mit ›Blauer Montag‹ hat Arnon Grünberg einen äußerst autobiographischen Roman zu Papier gebracht, der die wüstesten Erzählstränge zusammenbringt: die Martern der Pubertät und die Nachwirkungen des Holocaust, die Schrecken der Schule und die Rätsel der jüdischen Identität, die Absurditäten der eigenen Familiengeschichte und seine Abenteuer im Puff. Arnon Grünberg schreibt trotz seiner europäischen Erfahrungswelt äußerst amerikanisch. Er kann so unterhaltsam und schnell fabulieren, daß der Faden zwischen den Sätzen manchmal fast verlorengeht und nur noch ein Sound das Buch durchrauscht. Ein Entwicklungsroman als Verkümmerungsroman: von einem, der auszieht, das verheißungsvolle Reich der Erwachsenen zu betreten, und auf halber Strecke vom Weg abkommt.«Die Zeit

»›Blauer Montag‹ zeichnet das Bild einer Generation, die ›schon lange keine großen Antworten auf große Fragen mehr erwartet‹ und vor allem vermeiden will, so zu werden wie die Erwachsenen: ›Das schworen wir uns sogar recht feierlich, denn damals wußten wir noch nicht, daß all die alten Säcke sich seinerzeit natürlich das gleiche gesagt hatten.‹ Grünberg ist dann am besten, wenn er das Traurige seiner Jugend in einem lakonischen Ton erzählt. Daß sich viele Leser, zumal jene unter dreißig, in dieser Lebensgeschichte wiederfinden können, erklärt die Begeisterung, die der Roman auslöste.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

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