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Viktorija Tokarjewa  |  Lebenskünstler  |  Erzählung, Taschenbuch, 224 Seiten | € (D) 8.90 / sFr 15.90* / € (A) 9.20

Erzählung, detebe 22698 Broschur, 224 Seiten
Erschienen in Okt. 2003

ISBN 978-3-257-22698-0
(D) 8.90 / (A) 9.20
sFr 15.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Viktorija Tokarjewa
Lebenskünstler

Aus dem Russischen von Ingrid Gloede

Lebenskünstler sind sie alle, oder wollen es zumindest werden, die Hauptpersonen aus diesem Erzählband. Wie Tamara, deren Mann, ein berühmter Bildhauer, nach zehn Jahren Abstinenz wieder zu trinken anfängt. Auf einer Dienstreise in die Ukraine lernt Tamara den jungen Jura kennen, der so ganz anders ist als ihr Mann. Soll sie mit ihm ein neues Leben beginnen?

Mehr zum Inhalt

›Lebenskünstler‹ ist die Geschichte von Tamara, deren Mann, ein berühmter Bildhauer, nach zehn Jahren Abstinenz wieder zu trinken anfängt. Auf einer Dienstreise in die Ukraine lernt Tamara den jungen Jura kennen, der so ganz anders ist als ihr Mann. Soll sie mit ihm ein neues Leben beginnen? ›Zentrum des Gedächtnisses‹ erzählt die Geschichte von Warwara Timofejewa, der eines Tages die Tassen aus dem Schrank springen. Da auch der herbeigerufene Milizionär nicht aufklären kann, warum gerade in Warwaras Wohnung – und nur dort – die Erde bebt, erforscht Warwara ihr Gewissen und kommt zu dem Schluss: Es muss sich um eine späte Strafe Gottes für eine Jugendsünde handeln ... Völlig aus dem Gleichgewicht gebracht, beschließt eine junge Frau, sich umzubringen. Sie wickelt sich in ein nasses Betttuch und stellt sich bei klirrendem Frost auf den Balkon. Aber auf dem Balkon der Nachbarswohnung beobachtet sie etwas, das ihr Interesse für das Diesseits wiederaufleben lässt. ›Fuhr ein Griech’‹ beginnt ein Kindervers, der dem kleinen Paschka nicht aus dem Kopf geht. Ein junger Musiker erklärt Paschka geduldig den Vers. Bei seinem eigenen Sohn, von dem er getrennt lebt, spielt er ebenso den ›Onkel‹, der ab und zu auftaucht und dann wieder verschwindet, froh um seine Freiheit. Nur keine Verbindlichkeiten, heißt die Devise, nach der er auch schon jahrelang mit seiner Geliebten Mika lebt. Mika ist das zu wenig. Als der Musiker allein in den Süden in Urlaub fliegt, greift Mika zu Maßnahmen, die er ihr nie zugetraut hätte.

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»Betörend naiv, nicht ahnungslos, einfach, nicht platt, rührend, nicht rührselig, tatsächlich: moralisch erhebend beschreibt Tokarjewa die Liebe in all ihren Varianten als das Perpetuum mobile des Lebens. Eine Art Kundera-Touch? Man scheut den banalen Verweis auf einen literarischen Übervater – doch hier nennt sie ihn ja selbst: ›Zu Cechovs Zeiten hieß das: Jeder erfülle seine Pflicht.‹ Die Pflicht gegen sich und die Seinen wohlgemerkt.«Der Standard

»Emanzipationen zwischen Traum und Trauma – das zieht sich als Leitthema durch die Erzählungen Viktorija Tokarjewas. Gerade die unauffällige Normalität dieser Lebensgeschichten, die so alle Polemik, jeden Eklat, auch alle Pointe vermeiden, die Spannung so wenig suchen wie den großen Affekt, gerade diese Unauffälligkeit macht die Erzählungen Viktorija Tokarjewas zum Phänomen«Der Tagesspiegel

»Es geht dramatisch und komisch zu bei Viktorija Tokarjewa. ›Lebenskünstler‹ liest sich wie ein melancholischer Slapstick, und die Russin Viktorija Tokarjewa beherrscht ihn mit Eleganz. In ihrem Erzählband ›Lebenskünstler‹ schildert sie Frauen im russischen Alltag. Sie arbeiten wie Wolgaschlepper, sie fühlen sich wie Hamster in Laufrädern, es umweht sie der Geruch zerstörter Hoffnung, und trotzdem lassen sie sich immer wieder auf das Zickzack der Liebe ein.«Elle

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